Baustoffchemie und Baustoffentwicklung
„Auf uns können Sie bauen“
Aufgrund der zunehmenden Verschmutzung der Böden, Gewässer und Luft durch Industrie, Verkehr und Haushalt gewinnt die Verbesserung des urbanen Lebensraumes immer mehr an Bedeutung. In den letzten
Jahren wurde intensiv nach Möglichkeiten gesucht, die Umweltverschmutzung zu minimieren. Eine Möglichkeit ist es, die Baustoffe wie Betone, Putze und Anstriche, und die Bauelemente, wie
Fassadenverkleidungen und Dachziegel, so zu modifizieren, dass diese organische Substanzen und Stickoxide in unschädliche Verbindungen zersetzen. Diese Modifizierung lässt sich mit Hilfe des
Halbleiters Titandioxid realisieren. Titandioxid kommt in 3 Modifikation Rutil, Anatas und Brookit vor. Das bekanntest ist Rutil, da es in den unterschiedlichsten Alltagsgegenständen als Weißpigment
eingesetzt wird. Doch die interessante Modifikation ist Anatas, da sie photokatalytisch aktiv ist, d.h. sie zersetzt mit Hilfe von UV-Licht organische Substanzen zu Wasser und Kohlenstoffdioxid. Da
der UV-Anteil im Sonnenlicht sehr gering ist, ist es von Bedeutung, die Aktivität des Titandioxid in das sichtbare Licht zu verschieben, dies ist mittels Dotierungen möglich.

Die Fachgruppe Baustoffchemie hat in den letzten Jahren viele Erfahrungen in der Entwicklung von ökologischen selbstreini- genden Baustoffen gesammelt. (Projekte)
Bei den Entwicklungen handelt es sich unter anderem um Außenanstriche und Betone. Jeder Baustoff hat seine Eigenschaften, welche durch den Zusatz von Titandioxid nicht beeinträchtigt werden dürfen, und ist für unterschiedliche Anforderungen entwickelt wurden. Demnach wird auch an das zu zusetzende Titandioxid ein immer unterschiedlicher Anspruch gestellt, was die Einarbeitung und die Eigenschaften angeht. Es ist somit nicht möglich einen Photokatalysator für alle Baustoffe zu nutzen. Auch die Ansprüche bezüglich der Aktivität variieren von Baustoff zu Baustoff. Bei Außenanstrichen kann der Photokatalysator das Sonnenlicht nutzen, wohingegen in Innenräumen meist nur künstliche Beleuchtung vorhanden ist. Die unterschiedlichen Ansprüche an das Titandioxid können durch verschiedene Dotierungen bedient werden.
